Zum Inhalt

Wein am Gardasee: Bardolino, Chiaretto und Lugana

Die Weinlandschaft am Gardasee umfasst mehrere Herkunftsgebiete statt eines einheitlichen „Gardasee-Weins“. Am venetischen Ostufer stehen Bardolino DOC und der Rosé Chiaretto di Bardolino für unterschiedliche Stile. Am südlichen See reicht Lugana DOC über Gemeinden in Lombardei und Venetien. Am Westufer liegt die Valtènesi, deren typische rote Rebsorte Groppello auch die Grundlage roter und roséfarbener Weine bildet.

Wein ist die Seele der Region Wein ist die Seele der Region Foto: RRinnau

Bardolino, Lugana und Valtènesi unterscheiden

Bardolino DOC ist ein leichter, frischer Rotwein; Chiaretto di Bardolino ist ein Rosé der venetischen Seeriviera. Cà Bottura nennt Corvina, Rondinella und Garganega als angebaute Rebsorten und führt Bardolino DOC, Bardolino Classico Superiore DOCG sowie Chiaretto im Sortiment. Rebflächen des Betriebs liegen in Bardolino, Garda und Costermano. Der Ortskern von Bardolino liegt inmitten eines regionalen Weinbaugebiets.

Am Südsee liegt das Lugana-Gebiet um Sirmione, Peschiera, Desenzano, Lonato und Pozzolengo. Die DOC erstreckt sich über Gemeinden in Venetien und der Lombardei, sodass eine Weinprobe auf der Südseite verschiedene Uferorte berühren kann. Chiaretto di Bardolino und Chiaretto der Valtènesi teilen die Roséfarbe, stammen aber aus verschiedenen Uferzonen und eigenen Herkunftsbezeichnungen. Im Südwesten ist Padenghe sul Garda ein Ausgangspunkt für Valtènesi-Weine: Dort nutzt das Weingut Zuliani historische Kellerräume und führt Groppello-Rosé sowie weitere Weine des Gebiets.

Ein weiteres Weinbaugebiet liegt nicht unmittelbar am See: Das Valpolicella beginnt nördlich von Verona im Hinterland. In San Pietro in Cariano liegen sowohl Nicolis als auch Vantini. Zu ihren regionalen Weinen zählen Valpolicella Classico, Ripasso, Amarone und Recioto. Bei Ripasso wird Valpolicella-Wein nochmals auf Amarone- oder Recioto-Trestern vergoren; für Amarone werden Trauben vor der Gärung getrocknet. Recioto aus angetrockneten Trauben bleibt durch gestoppte Gärung süß. Wer neben dem Seeraum einen Ausflug ins Landesinnere plant, findet im Valpolicella eine deutlich andere Weinlandschaft.

Anzeige

Weingüter passend zur Route auswählen

Zu den Weingütern am Gardasee gehören Weingut Nicolis, Weingut Vantini, Weingut Ca’ Bottura und Weingut Zuliani. Cà Bottura liegt in Bardolino am Ostufer und verbindet Wein mit Olivenöl und Grappa; Gruppenverkostungen sind für 18 bis 50 Personen nach Reservierung vorgesehen. Nicolis und Vantini liegen in San Pietro in Cariano im Valpolicella und zeigen andere Weinstile als die Seeuferbetriebe. Zuliani liegt in Padenghe in der Valtènesi. Diese Unterschiede helfen, eine Verkostung nach Entfernung, Weininteresse und Tagesroute auszuwählen.

Besuche werden je nach Betrieb unterschiedlich organisiert. Bei Cà Bottura sind Gruppen und Kellerbesuche nach Anmeldung vorgesehen; Nicolis bietet Führungen und Verkostungen nur mit Reservierung an; bei Vantini lassen sich Wunschtermin, Personenzahl und Tasting-Format anfragen. Eine bestätigte Buchung gibt Klarheit über Zeitfenster und Programm. Bei mehreren Weinproben am selben Tag gehören Fahrzeit und Rückweg in die Planung. Für die Weinauswahl bleibt die Herkunft hilfreich: Ostufer, Südsee, Westufer und Valpolicella bilden mehrere regionale Entscheidungen, mit unterschiedlichen Weinstilen.

Die beiden Valpolicella-Betriebe unterscheiden sich trotz ihres gemeinsamen Ortes in der Art der Weinprobe. Nicolis bewirtschaftet 49 Hektar und vermarktet seit 1951 über den Familienbedarf hinaus; Führungen stellen unter anderem Traubentrocknung und Holzfassreifung vor. Vantini geht auf eine Familiengeschichte seit 1908 zurück und wird heute in fünfter Generation geführt. Dort lassen sich Grundweine und stärker ausgebaute Ripasso- oder Amarone-Stile nebeneinander einordnen. Beide Verkostungsorte liegen nördlich von Verona und erfordern vom See aus eine eigene Fahrt ins Hinterland.